Am Donnerstag, den 26. November um 18:30 Uhr findet im Paul-Spiegel-Berufskolleg des Kreises Warendorf, von-Ketteler-Str. 40, 48231 Warendorf ein Informationsabend zum Thema "Abitur am Wirtschaftsgymnasium" statt . Nach einem Einführungsvortag gibt es die Möglichkeit zu einem Gespräch mit Fachlehrern sowie mit Schülerinnen und Schülern. Vorab können Sie schon einige Informationen aus dem unten abgedruckten Zeitungsinterview entnehmen:

Abitur am Wirtschaftsgymnasium
"Gut für „Aufsteiger“ aus Haupt- und Realschule und
gut für „Umsteiger“ aus Klasse 10 und gestresste G8-Schüler aus dem Gymnasium"

Warendorf  Das laufende Schuljahr ist noch jung und schon denken bereits viele Jugendliche in den weiterführenden Schulen an das nächste Schuljahr. Den Haupt- und Realschülern (10b) stellen sich die Fragen: "Welcher Abschluss ist für mich der richtige, welche Schule optimal?"

Aber  auch Gymnasiasten in den Klassen 9 und 10 könnten sich fragen: "Sollte ich nochmal die Schule wechseln? Neu anfangen -  mit anderen Lehrerinnen und Lehrern, mit anderen Mitschülern, zum Teil auch mit anderen Inhalten?"
Dazu hält Hanno Bühren, zuständiger Studiendirektor am Paul-Spiegel-Berufskolleg in Warendorf, im Gespräch mit unserer Zeitung einige wertvolle Tipps bereit.

Frage: Was ist das Besondere an einem Wirtschaftsgymnasium?

Zunächst das Allgemeine: man erhält ein Vollabitur wie an jeder gymnasialen Oberstufe, mit dem am alle Studienfächer an jeder Hochschule studieren kann – falls man den Numerus Clausus schafft. Natürlich muss man die „Quali“ haben – ob an der Hauptschule oder an der Realschule, oder für Gymnasiasten das Versetzungszeugnis in die Klasse 10 (G8-Schüler) oder Klasse 11.
Das Besondere: „Wirtschaft“ prägt unser aller Leben in hohem Maße. Bei uns ist es Ausgangspunkt vieler – sehr praxisorientierter- Lernprozesse: wie funktioniert ein Betrieb, was ist mit dem Verbraucherschutz, um was geht es in der Wirtschaftspolitik, wie gestalte ich Texte und Tabellen in Office und lege Datenbanken an, was sind die ökonomischen und sozialen Auswirkungen des Klimawandels… Insofern ist wirtschaftliche Bildung allgemeine Bildung im besten Sinne: man lernt „die Welt“ besser verstehen.

Frage: Hat man sich mit einem wirtschaftlichen Schwerpunkt dann nicht zu stark festgelegt?

Nein, denn klassische allgemeinbildende Fächer ergänzen die wirtschaftlichen gut: Deutsch, Fremdsprachen, Religion und Sport, Mathematik und Naturwissenschaften, aber auch Fächer wie Philosophie, Erziehungswissenschaften, Soziologie und Literatur lassen keine Einseitigkeit aufkommen.

Frage: Für wen ist das Wirtschaftsgymnasium besonders interessant?

Man muss sich natürlich zumindest ein bisschen für Wirtschaft interessieren. Und dann kommt der Appetit beim Essen. Und man muss sich klarmachen: Ca 40% aller Ausbildungsberufe sind kaufmännisch – verwaltende Dienstleistungsberufe und über 30% der wichtigsten (nach Anzahl der Studenten) Studienfächer sind direkt wirtschaftlich orientierte Fächer. D.h. wer solche Berufs- oder Studienfelder im Blick hat ist bei uns besonders gut aufgehoben. Aber auch wer sich noch anders entscheidet: wir haben ehemalige SchülerInnen, die Medizin, Sprachen ja sogar Theologie studiert haben.

Frage: Was ist mit den Gymnasiasten, insbesondere mit den G8-Schülern?

Das ist eine sehr wichtige Frage. Aus meiner Sicht halten SchulerInnen am Gymnasium vor dem Eintritt in die gymnasiale Oberstufe an ihrer Schule nicht genug inne und fragen sich: “Welches Oberstufenprofil ist das richtige für mich“. Das sollten sie aber tun und auch einen Wechsel – evt. zu uns oder an die gymnasiale Oberstufe eines anderen Berufskollegs in den Blick nehmen. Es geht aber nicht nur um das Profil: vielen SchülerInnen würde auch ein Neuanfang einfach gut tun.

Nun zu G8. Wir nehmen SchülerInnen vom Gymnasium sowohl nach der Jahrgangsstufe 9 (G8 mit Versetzung in die Klasse 10) als auch nach Klasse 10 (mit Versetzung in die 11) auf. Die G8- SchülerInnen sollten sich das auch ruhig zutrauen. Wir sind schließlich darauf eingestellt, in unserer Einführungsphase (Klasse 11) die Schüler aus unterschiedlichen Schulen (Hauptschule, Realschule, Gymnasium u.a. ) und damit Schüler mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Kenntnissen zusammen zu führen.
Bei G8-Schülern ist mir noch eine Anmerkung wichtig: Sie sind ja in mehrfacher Hinsicht besonders belastet: Als erster Jahrgang erleben sie die Unterrichtsverdichtung und sie treten als Doppeljahrgang im Jahr 2013 auf den Ausbildungs- und Studienmarkt. Für sie wäre zu überlegen, ob sie in der Klasse 10 noch an ihrem Gymnasium bleiben, die Möglichkeit zu einem Auslandsaufenthalt nutzen (was sonst für G8er schwierig geworden ist), um dann zu uns in die Jahrgansstufe 11 zu wechseln. Dies würde ihren Bildungsweg entspannen und gleichzeitig um die Auslandserfahrung deutlich bereichern.

Frage: Wie wird das Abi in der Wirtschaft angenommen?

Da möchte ich die international agierende Firma Winkhaus aus einem Broschürentext zitieren:

"Das Wirtschaftsabitur am Berufskolleg bietet eine sehr gute Voraussetzung für eine folgende kaufmännische Ausbildung und ist eine solide Basis für die berufliche Karriere. Absolventen dieses Bildungsgangs steigen regelmäßig mit großem Erfolg in die Praxis ein. Winkhaus erlebt top ausgebildete junge Leute, die nach schulischer und beruflicher Qualifikation ihre Zukunft planen und sich um Arbeitsstellen bewerben…"


Frage: Wo gibt es zu diesem Bildungsangebot noch weitere Informationen?

Ausführliche Informationen über diesen Bildungsgang gibt es am Donnerstag, den 26. November um 18:30 Uhr im Paul-Spiegel-Berufskolleg des Kreises Warendorf, von-Ketteler-Str. 40, 48231 Warendorf. Nach einem Einführungsvortag gibt es die Möglichkeit zu einem Gespräch mit Fachlehrern sowie mit Schülerinnen und Schülern.

Telefon: 0 25 81-92 50
Internet:
Wirtschaftsgymnasium

 


Berufskolleg Warendorf