Vier Wochen in Warschau

– Auslandspraktikum des Paul-Spiegel-Berufskollegs

Joanna Lipska, Jacek Jasinski, Dennis Lappe, Nina Gröne, Agnieszka Kruszka - unsere Kollegen der Sales and Marketing Abteilung des Hotels (v.l.nr.).

Diesen November war es wieder so weit: das Auslandspraktikum des Paul-Spiegel-Berufskollegs ging endlich los. Zum zweiten Mal gab es die Möglichkeit das Praktikum in Polen, genauer in der Hauptstadt Warschau, zu machen. Wir hatten uns für einen Praktikumsplatz in einem Hotel, genauer der Sales & Marketing Abteilung beworben, wo wir nun seit drei Wochen arbeiten.

Die Hotelkette unterhält drei verschiedene Hotels in Warschau, mit 3 und 5 Sternen. Die Arbeit der Sales and Marketing Abteilung besteht unter anderem darin, Neukunden zu werben, gut gestellte polnische Firmen anzuschreiben und alte Kunden mit verschiedensten Angeboten zu versorgen. Ein Schwerpunkt liegt auch besonders auf Firmen aus dem deutschsprachigen Raum.

Jeden Tag gehen wir spätestens um 9 aus dem Haus, steigen in die Metro, fahren bis zum „Centrum“ und brauchen von da nur noch wenige Meter gehen, um gegen 09:30 Uhr unseren PC zu starten. Für die Sales and Marketing Abteilung sind Datenbanken sehr wichtig. Aus diesem Grund besteht unsere Hauptarbeit darin, solche zu erstellen. Wir tippen Adressen aus Ranglisten, beispielsweise der besten Anwaltskanzleien ab, und müssen auch selbstständig aus der polnischen Industrie- und Handelskammer Adressen suchen. So haben wir über jeweils mehrere Tage die Aufgabe Dokumentationsdatenbanken zu erstellen, auf die die Mitarbeiter zugreifen können, um beispielsweise Werbung oder Info-Mails zu verschicken.

Unser Arbeitsplatz liegt direkt im Zentrum von Warschau. Gerade hier sieht man das typische Großstadtleben: Hochhäuser, Leuchtschriften, viele Geschäfte, Kaufhäuser und sehr viel Straßenverkehr. Unser Büro liegt im 10. Stock und wenn man hier aus dem Fenster sieht, fallen einem die grauen Plattenbauten auf, die sich wahrscheinlich in jeder Großstadt finden. Gleichzeitig können wir aber auch das Wahrzeichen Warschaus, den Kulturpalast, sehen.  Der Pałac Kultury i Nauki - Kultur- und Wissenschaftspalast - ist ein im Baustil des sozialistischen Klassizismus errichteter 231 Meter hoher Wolkenkratzer, der bis heute das höchste Gebäude der Republik Polens ist.

Untergebracht sind wir für die vier Wochen in einer Wohnung, in der wir zu sechs Schülerinnen und Schülern gut Platz finden. Diese befindet sich im Warschauer Stadtteil Bielany, welcher   einer der schönsten und begehrtesten sein soll, jedoch finden sich auch hier leider viele heruntergekommene Häuser. Unsere Wohnung liegt direkt in der Nähe einer Metrostation, was eine große Erleichterung für uns ist, da es nur eine Metro gibt, diese aber einmal komplett durch Warschau fährt. So erreicht man schnell alle wichtigen Plätze, Busstationen, Einkaufszentren und Supermärkte.

Da wir während der vier Wochen hier viel unterwegs sind, Sehenswürdigkeiten besichtigen, in die bekannte Altstadt, Museen, den Zoo oder auch Einkaufszentren gehen, sind uns schon viele interkulturelle Unterschiede aufgefallen. Als Selbstversorger in unserem Apartment haben wir  schnell gemerkt, dass die Lebensmittel im Allgemeinen sehr viel günstiger sind als in Deutschland.  So kostet beispielsweise ein 3 Gänge-Menü im hoteleigenen Restaurant zur Mittagszeit nur 15 Zloty, was umgerechnet rund 4 Euro sind. Außerdem sieht man fast alle Frauen auf hohen Absätzen laufen: Besonders im Büro fällt auf, dass keine Frau flache Schuhe trägt. Auch die Männer sind besonders schick gekleidet. Ferner ist für unser Büro bezeichnend, dass alle Kollegen sehr locker und freundschaftlich miteinander umgehen, was auf uns einen sehr positiven Eindruck macht.  Insgesamt lässt sich sagen, dass uns diese Erfahrung, einen Monat lang in einem fremden Land wie Polen zu arbeiten und eigenverantwortlich zu leben, sehr viel gebracht hat: unvergessliche Erlebnisse und viele neue Eindrücke.


Nina Gröne & Dennis Lappe



Berufskolleg Warendorf