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Praktikum auf einem französischen Reiterhof

Fünf Mal in der Woche fahre ich ca. 50 Min. mit dem Bus in einen kleinen Vorort von Bordeaux zum „Centre Equestre Municipal UCPA“. Das ist der Reiterhof, wo ich – Charlotte, Schülerin des Paul-Spiegel-Berufskollegs in Warendorf – mein Auslandspraktikum sowohl im Stall als auch im Sekretariat mache. Die erste Woche ist jetzt vorbei, und ich kann zusammenfassend sagen, dass es mit dort sehr gut gefällt. Der Hof ist schon rein äußerlich überwältigend und hat Ähnlichkeit mit einem kleinen Schloss. Zur Anlage gehören Reithalle und Stall, mehrere Auslaufmöglichkeiten für Pferde, Springplatz, Dressurplatz und Ausreitgelände. Ich glaube, für diese Gegend ist dieser Reiterhof mit seinen 10 Angestellten schon ganz schön groß. In dem Stall befinden sich 18 Shettys, 20 Ponys und 18 Pferde, die für Reitstunden zur Verfügung stehen. Der Reiterhof bietet Unterricht für Kinder und Jugendliche an, die sogar nach bestimmter Zeit die Möglichkeit haben, ein Abzeichen zu machen.
Um 10 Uhr beginnt mein Arbeitstag. Zuerst bringen wir Pferde und Ponys auf die Weide. Danach streuen wir frisches Stroh in die Boxen und fegen die Stallgassen. Bevor wir mehrere Ponys für Kinder aus der Schule fertig machen, bekomme ich Reitunterricht vom Chef. Wohlgemerkt auf Französisch, was für mich nicht immer ganz so einfach ist, da ich die vielen Fachbegriffe nicht kenne, aber Tag für Tag immer mehr dazulerne. Nach einer Mittagspause kommt um 2 Uhr eine Schulklasse. Sie wird in 3 Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe bekommt Reitunterricht von einer Reitlehrerin, die andere macht mit einer Lehrerin der Schule Ponyspiele und die letzte Gruppe bekommt Theorieunterricht. Die Gruppen wechseln innerhalb von 2 Stunden so, dass jedes Kind alle Stationen durchlaufen muss. In der Halle helfe ich den Kindern beim Aufsteigen und im Stall gucke ich zu, wie den Kindern die Theorie des Reitens vermittelt wird. Sie lernen zum Beispiel, wie man ein Pferd putzt, sattelt, trenst und wie die einzelnen Körperteile eine Pferdes heißen. Wenn die Kinder dabei Probleme haben und Hilfe benötigen, ist es meine Aufgabe, ihnen zu helfen. Meistens stelle ich mich ihnen kurz vor, sage, dass ich aus Deutschland komme und bitte sie, langsam mit mir zu sprechen.
Von 18 bis 20 Uhr sitze ich mit zwei anderen Frauen im Sekretariat. Dort darf ich im Moment noch nicht so viel machen, sondern muss mehr zuschauen, wie mit dem Computer gearbeitet wird und was bei Kundenwünschen zu tun ist. Im Computer ist alles festgehalten, was in Bezug auf Reitschüler und Pferde wichtig ist. Zum Beispiel wird vermerkt, wann welches Pferd/Pony/Shetlandpony von wem geritten wurde und welche Kinder Unterricht hatten. Außerdem sind alle Daten der Pferde erfasst. Oft kommen Eltern herein, die ihre Kinder für eine Prüfung oder Reitunterricht anmelden wollen.
Meine Arbeitskollegen sind alle sehr nett zu mir und erklären mir auch gerne mal etwas öfter, wenn ich es nicht sofort verstehe. Mein Chef sagt immer zu ihnen, dass sie ganz viel mit mir sprechen müssen, damit ich selber viel rede und meine französischen Sprachkenntnisse verbessern kann. Und das ist der Fall – da bin ich mir ganz sicher.
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