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Schülerinnen und Schüler erleben die Perspektive
eines Rollstuhlfahrers
`Mal eben eine Briefmarke besorgen, Einkäufe und Behördengänge tätigen oder einfach nur ein Eis essen gehen – was für Nicht-Behinderte unproblematisch ist und zur Normalität des Alltags gehört, stellt Menschen mit Behinderungen manchmal vor große Herausforderungen. Diese Erfahrungen machten Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschule für Sozial- und Gesundheitswesen am Berufskolleg Warendorf vor den Herbstferien. Im Rahmen einer fächerübergreifenden Projektwoche zum Thema „Menschen mit Behinderungen“ verbrachten die Schülerinnen und Schüler u. a. einen Vormittag im Rollstuhl, verbunden mit mehreren Aufträgen, die sie in Warendorf erledigen sollten. Der Rollentausch mit Perspektivwechsel vom Betreuer zum Betroffenen ermöglichte es den angehenden Sozialhelferinnen und Sozialhelfern, Probleme und Schwierigkeiten, aber auch positive Zuwendungen durch andere Menschen am eigenen Leib zu erfahren. Dies war und ist für die spätere Berufstätigkeit, die auch die Betreuung von Menschen mit Behinderungen beinhaltet, von großer Bedeutung.


Nachdem der sachgerechte Umgang mit den Rollstühlen eingeübt und die erste große Hürde – die Schultreppe – gemeistert war, starteten die beiden Oberstufenklassen an unterschiedlichen Tagen mit ihren Aufträgen in die Stadt und kamen nachmittags mit den unterschiedlichsten Erfahrungen zurück zur Schule: „Es gab keinen behindertengerechten Eingang, dafür aber eine Klingel. Nach deren Betätigung wurde die Tür geöffnet und wir wurden draußen bedient!“, „Wir wurden oft von anderen Passanten angestarrt!“, „Hohe Bordsteinkanten, das Kopfsteinpflaster und zu wenig Ampeln machen es schwer, sich allein mit einem Rollstuhl in der Stadt zu bewegen“, „Es gab keine Toilette in dem Schnellrestaurant, die mit einem Rollstuhl erreicht werden kann!“. Bei der Reflexion gab es aber auch viele positive Eindrücke, wie: „Viele Einrichtungen sind behindertenfreundlich ausgestattet (Fahrstühle, Auffahrrampen, niedriger Tresen)“, oder „Es gab einige Menschen, die uns freundlich angesprochen und geholfen haben“.

Besuche in unterschiedlichen Einrichtungen (Hof Lohmann, Alexianer Krankenhaus in Münster) und die Zubereitung von Speisen mit einer simulierten Behinderung rundeten die Projektwoche ab und bereiteten die Schülerinnen und Schüler auf die kommenden Unterrichtsinhalte und ein Blockpraktikum im Bereich der Behindertenhilfe vor.


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