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Infoabend am Paul-Spiegel-Berufskolleg
Ausbildungsexpertin aus
der Wirtschaft nimmt Stellung
zum Abitur am Wirtschaftsgymnasium
Warendorf Das laufende Schuljahr ist noch jung und schon denken bereits viele Jugendliche in den weiterführenden Schulen an das nächste Schuljahr.
Den Haupt- und Realschülern (10b) stellen sich die Fragen: "Welcher Abschluss ist für mich der richtige, welche Schule optimal?" Aber auch Gymnasiasten in den Klassen 9 und 10 könnten sich fragen: "Sollte ich nochmal die Schule wechseln? Neu anfangen - mit anderen Lehrerinnen und Lehrern, mit anderen Mitschülern, zum Teil auch mit anderen Inhalten?" Ursula Hagelstange, als Leiterin der Abteilung Personalentwicklung verantwortlich für Aus- und Weiterbildung bei der international renommierten Unternehmensgruppe Winkhaus, gibt dazu einige hilfreiche Denkanstöße:
Frage : Frau Hagelstange, in welchen Berufen bietet Ihr Unternehmen eine
Ausbildung an?
Im kaufmännischen Bereich bietet die Winkhaus Gruppe die Ausbildung der Industriekaufleute, der Betriebswirte (VWA) und die Ausbildung der Fachinformatiker (Systemintegration und Anwendungsentwicklung) sowie acht technische Ausbildungsberufe an.
Frage : Befinden sich unter den Jugendlichen, die bei Ihnen eine
Ausbildung machen möchten, auch Abiturienten?
Ja, für alle kaufmännischen Ausbildungsberufe setzen wir zumindest das Fachabitur voraus. Für die dualen Studiengänge in BWL und Maschinenbau sogar zwingend die Allgemeine Hochschulreife. Für die technischen Ausbildungsberufe setzen wir die Fachoberschulreife voraus.
Frage : Welche Erfahrungen haben Sie mit Auszubildenden gemacht, die
ihr Vollabitur an einem Wirtschaftsgymnasium, z.B. am Paul-
Spiegel-Berufskolleg, gemacht haben?
Die späteren kaufmännischen Azubis konnten sicherlich schon von ihrem schulischen Vorwissen profitieren. Der schulische Einstieg war etwas leichter für diejenigen, die bereits über das Abitur mit dem Profil Wirtschaft verfügen. Allerdings möchte ich betonen, dass auch Schüler/innen mit allgemeinem Abitur sehr gute Möglichkeiten haben, diese Ausbildung sehr erfolgreich zu absolvieren. Im Rahmen der innerbetrieblichen Ausbildung stellen wir keinerlei Unterschiede zwischen den Abiturienten fest.
Frage : Nun erwirbt man ja am Wirtschaftsgymnasium die Allgemeine Hochschulreife, das Vollabitur. Zum Fächerkanon gehören
deswegen ja nicht nur wirtschftswissenschaftliche, sondern
auch allgemeinbildende Fächer wie Deutsch, Mathematik,
Englisch, Politik/Geschichte,Religion, Psychologie, Soziologie und Erziehungswissenschaften. Wie bewerten Sie ein solchermaßen breites Fächerspektrum hinsichtlich einer späteren wirtschaftlich orientierten Ausbildung?
Ich persönlich glaube, dass auch ein "Wirtschaftsabiturient" über eine umfassende Allgemeinbildung in den „nicht-wirtschaftlichen“ Fächern verfügen sollte. Für eine erfolgreiche, berufliche Laufbahn benötigt man m.E. nach auch ein gutes Maß an allgemeinem Wissen. Gerade in internationalen Unternehmen spielen fundierte Fremdsprachenkenntnisse darüber hinaus eine sehr wichtige Rolle.
Dazu kommt, dass sich ein junger Mensch, der erfolgreich die Klasse 10 absolviert hat, oft noch nicht zu 100% sicher ist, ob die berufliche Laufbahn tatsächlich auch später im kaufmännischen Bereich verlaufen soll. Gäbe es diese allgemeinbildenden Fächer in der Oberstufe an einem Wirtschaftsgymnasium gar nicht mehr, müssten diese jungen Menschen, die nicht in die Wirtschaft gehen möchten, u.U. nachher mit dem Wissensstand der Klasse 10 in einzelnen Fächern ein Hochschulstudium oder Ähnliches absolvieren.
Ausführliche Informationen über das Wirtschaftsgymnasium gibt es am Dienstag, den 6. Dezember um 18:30 Uhr im Paul-Spiegel-Berufskolleg des Kreises Warendorf, von-Ketteler-Str. 40, 48231 Warendorf. Nach einem Einführungsvortag bietet sich den interessierten Jugendlichen mit ihren Eltern die Möglichkeit zu einem Gespräch mit Fachlehrern sowie mit Schülerinnen und Schülern des Wirtschaftsgymnasiums.
Telefon: 0 25 81-92 50; Internet: www.berufskolleg-warendorf.de (Wirtschaftsgymnasium).

Ursula Hagelstange, Ausbildungsexpertin
bei der Unternehmensgruppe Winkhaus, Telgte
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