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Alles Gaudí, oder was?
Studienfahrt des Berufskollegs Warendorf nach Katalonien
Schülerinnen und Schüler der 12. Klasse des Wirtschaftsgymnasiums des Berufskollegs Warendorf mit ihren Lehrern Horst Wohlgemuth, Mathilde Dingwerth (hinten rechts im Bild) vor der Kathedrale in Girona
Das war ne Gaudi – so das zweideutige Urteil der Schülerinnen und Schüler über ihre Studienfahrt nach Katalonien. Natürlich: Spaß hat es gemacht mit den Mitschülern der Jahrgangsstufe 12 des Wirtschaftsgymnasiums einmal über mehrere Tage zusammen zu sein. Aber auch jede Menge architektonischer Bauwerke des berühmten katalanischen Architekten Antoni Gaudi sind besichtigt worden, z.B. die Kathedrale Sagrada Familia in der Altstadt von Barcelona oder der bekannte Parque Güell und natürlich wurden vielfältige Eindrücke von Land und Leuten gewonnen.
Untergebracht waren die Schülerinnen und Schüler in einem Hotel in Pineda de Mar, einem kleinen Badeort in der Nähe von Barcelona. Von hier aus eroberten sich die Warendorfer Jugendlichen das unbekannte Terrain. Gut vorbereitet darauf waren sie durch den Spanischunterricht und das landestypische Wissen, welches sie sich im Vorfeld eigenständig erarbeitet und ihren Mitschülern präsentiert hatten.
Die katalanische Metropole Barcelona wurde sowohl auf einer ganztägigen Stadtrundfahrt als auch in kleinen Gruppen besichtigt. Das Stadion des FC Barcelona (Camp Nou), die beleuchteten und musikuntermalten Wasserspiele sowie die Promeniermeile „Las Ramblas“ mit zahlreichen Straßenkünstlern werden vielen in Erinnerung bleiben.
Als Kontrastpunkt zur spanischen Großstadt mit ihrem Lärm und ihrer nicht enden wollenden Geschäftigkeit lernten die Schüler und Schülerinnen das eher beschauliche Leben in Pineda de Mar und Umgebung unter sportlichen und wirtschaftlichen Aspekten kennen. So wurde beispielsweise ein lokaler Radiosender besucht und mit einer jungen Redakteurin über die Bedeutung und Finanzierung derartiger Informationsträger diskutiert. Ein Ausflug nach Lloret de Mar machte zudem sehr eindrucksvoll deutlich, welche wirtschaftliche Bedeutung der Tourismus für das europäische Partnerland hat. Dass Tourismus aber auch als sanfter Tourismus realisiert werden kann und nicht zwangsläufig durch Bettenburgen gekennzeichnet sein muss, zeigte sich den Schülern dann beim Besuch des ursprünglich belassenen Ortes Tossa de Mar, wo die Altstadt und die hoch oben gelegene Festung besichtigt wurde.
Auf einer weiteren Exkursion in die Berge gewann die Gruppe Eindrücke vom Leben abseits der Küste: Ziel war zum einen die Sektkellerei Codorníu, deren Cava von Kennern gegenüber dem bei uns bekannteren Freixenet weit mehr geschätzt wird. In dieser ältesten Sektkellerei Spaniens gewannen die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die Unternehmensstrategie eines familiengeführten spanischen Unternehmens. Die Weiterfahrt führte dann durch die bizarr anmutende Bergwelt bis schließlich nach kurvenreicher Fahrt das hoch auf einem Bergmassiv gelegene Kloster Montserrat mit der von den Katalanen besonders verehrten Schwarzen Madonna erreicht wurde.
Einen nachhaltigen Eindruck vom spanischen Lebensgefühl bekamen die Jugendlichen auf der Fiesta von Caldetas: ein farbenfrohes Volksfest, bei dem sich die Teilnehmer mit einer roten Flüssigkeit, die wohl das landestypische Getränk „Sangria“ symbolisieren soll, bespritzten und sich anschließend in einem Schaumbad reinigten, welches sich aus einem Tankwagen auf die Straße ergoss. Im Gegensatz zu diesem turbulenten Spektakel wirkten die Umzüge mit den „Gigantes“ (überdimensionale Figuren mit regionalem Bezug) geradezu feierlich, während das abschließende Feuerfest mit feuerspeienden Drachen, die einen das Fürchten lehren konnten und die Macht der Urgewalten erkennen ließen. |